Stellungnahme zu den Befürchtungen des Tourismusverbandes

Der Nordkurier veröffentlichte am 19.8.19 einen Artikel, in dem Herr Wolf-Dieter Ringguth als Vorsitzender des Tourismusverbandes Bedenken hinsichtlich des Namens unserer Bürgerinitiative äußerte. Er befürchtet eine Beschädigung des Images der Müritzregion und rückläufige Gästezahlen.

Zu diesen Befürchtungen nehmen wir wie folgt Stellung:

Und plötzlich drehte der Wind…

Haben wir das schon vergessen – Tschernobyl? Da hieß es auch erst, wir haben hier in Deutschland nichts zu befürchten, und plötzlich gab es doch erhöhte Radioaktivität. Sportplätze wurden gemieden, Freibäder geschlossen, Gemüse aus dem Garten war tabu.

Wredenhagen ist von Röbel 12 km, von Waren 35 km und von Rechlin etwa 20 km entfernt. Da soll es keinen Sinn machen, eine Bürgerinitiative „Atommüllfreie Müritzregion“ zu nennen? Ein mögliches Endlager würde nicht nur die Gemeinde Eldetal betreffen und ist keine lokale Angelegenheit. Darum haben die Mitglieder der BI in demokratischer Abstimmung für diesen Namen gestimmt. Die Müritzregion ist ernsthaft bedroht. Der Name soll aber auch an jahrzehntelangen friedlichen Widerstand gegen das Bombodrom erinnern. Das Signal senden wir nach Berlin.

Statt Unterstützung und Hilfe anzubieten, hagelt es Kritik. Wäre es nicht ratsamer und zielführender, gemeinsam gegen ein Endlager für Atommüll in der Müritzregion zu kämpfen? Die Müritzregion steht für Tourismus in einer der schönsten Gegenden Deutschlands und auch Mitglieder der BI leben ganz oder teilweise vom Tourismus. Stattdessen wird behauptet, dass der Name der BI eine ganze Region in Verruf bringen könnte. Ab wann sollen und dürfen Bürger denn über dieses Thema sprechen und darauf aufmerksam machen, dass hier Unglaubliches auf uns zukommen könnte: ein Endlager für hochradioaktive Abfälle? Sollen besorgte Bürger bis Mitte 2020 die Füße stillhalten und darauf hoffen, dass Wredenhagen nicht auf der Liste der sogenannten Teilgebiete aufgeführt wird? Oder noch besser, wir stecken alle die Köpfe in den Sand und warten die kommenden Jahre ab, bis der endgültige Standort gefunden ist?

Für uns ist die Zeit gekommen, zu handeln. Hier geht es um die Zukunft unserer ganzen Region. Womöglich steht eine Entscheidung ins Haus, die so unvorstellbar lange nachwirken wird, dass die ägyptischen Pyramiden dagegen wie Neubauten wirken. Wir alle tragen die Verantwortung dafür. M/V ist nicht die Müllkippe der Nation. Wir sollten alle zusammenarbeiten, Lösungen und Argumente finden, uns stark machen für kommende Generationen und für unsere Feriengäste, die es mit Sicherheit zu schätzen wissen, dass es Menschen gibt, die für eine atommüllfreie Müritzregion kämpfen.

Stellungnahme der Bürgerinitiative Atommüllfreie Müritzregion vom 21.8.2019